Germar Rudolf
Oberer Fauler Pelz 1
69117 Heidelberg
den 3. 1. 07
Verehrter
Herr Deckert,
gestern erhielt ich von Arthur Butz
einen Ausdruck Ihrer Niederschrift zu dem 6. Verhandlungstag meines Strafverfahrens
vom 10.1.07. Ich darf Sie aus diesem Anlaß bitten, folgende Gegendarstellung
bzw. Stellungnahme Ihrem Verteiler zukommen zu lassen:
Seit
Beginn des Strafprozesses gegen Germar Rudolf in Mannheim verbreitet Günter
Deckert nach jedem Verhandlungstag einen Prozeßbericht. Dazu ist fest-zuhalten, daß diese Berichte weder im Auftrag noch mit
dem Einverständnis von Germar Rudolf angefertigt werden. Günter Deckerts
Berichte stellen insbesondere die Ausführungen Rudolfs extrem verkürzt dar
unter Verwendung eines Sprachstils, der sich mitunter drastisch von dem Rudolfs
unterscheidet.
Während
Rudolfs Redemanuskript z. B. etwa 100 Seiten umfaßt, bringen es Deckerts Berichte
darüber höchstens auf 10 Seiten. Insbesondere einige entstellende Darstellungen
in Deckerts Bericht zum 6. Verhandlungstag am 10.1. bedürfen der
Richtigstellung, da sie potentiell rufschädigenden Charakter für Germar Rudolf
haben.
Daher
nun die nachfolgende Gegendarstellung:
Deckert
schrieb:
"Er
(Germar Rudolf) nannte den StA (=Staatsanwalt) eine geschichtliche Null,
bezeichnete ihn als bösartig, sagte, er, der StA, gehöre selbst auf die
Ank1agebank."
Diese
Darstellung ist falsch. Tatsächlich und wahr ist der folgende Vorgang:
In der
Anklageschrift wird auf S. 16 als tatbestandlich ein
Zitat aus meinem Buch "Vorlesungen
über den Holocaust“, S. 200, zitiert, das sich mit der nationalsozialistischen
Judenpolitik vor dem Ausbruch des Krieges mit der Sowjetunion befaßt. Darin
werden, mit etablierten Quellen belegt, unstrittige, mithin gerade nicht tatbestandliche Fakten über die NS-Politik referiert.
Nach
Darlegung dieses Sachverhalts führte ich folgendes aus:
„Was soll also an Ausführungen, die lediglich
den allgemein anerkannten historischen Forschungsstand zur Judenpolitik des
Dritten Reiches bis Mitte 1941 wiedergeben, strafbar sein? Ist die Staatsanwaltschaft
dermaßen historisch inkompetent, wie dies vermuten läßt? Dann sollte sie sich
nicht anmaßen, Personen mit weitaus besserem Wissen anzuklagen. Oder ist sie
bösartig? Dann gehört sie selbst auf die Anklagebank wegen Verfolgung Unschuldiger."
Deckert
schrieb:
"Zumal RH (Raul Hilberg)
keine Primärquellen untersuche", als mir zugeschriebene indirekte
Rede.
Diese
Darstellung ist falsch. Richtig ist
hingegen, daß ich bei den Ausführungen zu Jürgen Grafs Buch “Riese auf Tönernen Füßen"
ausführte, daß Prof. Hilberg in seinem von Graf kritisierten
Buch keine Ouellenkritik übe und daß es bei ihm kein
Primat des Archivs gebe.
Deckert
schrieb, ich hätte ausgeführt: "Die
Prüfstelle sei geistig minderbemittelt.“
Diese
Darstellung ist falsch. Richtig ist, daß ich ausführte, daß die Bundesprüfstelle,
die immerhin die Frage zu klären habe,
ob eine Schrift wissenschaftlich sei, bevor sie indiziert, also zensiert
werden kann, niemanden in ihrem beschlußfassenden Gremium hat, der als Wissenschaftler
gelten kann. Daher nannte ich dieses Gremium „intellektuell unterbesetzt.“
Decktert schrieb:
"Und sehr deutlich endet er (Germar
Rudolf) 16:10 Uhr mit 'Gewalt schafft Gegengewalt!’“
Diese
Darstellung ist falsch. Richtig ist hingegen, daß ich mit einer Diskussion der
Gründe meinen Vortrag beendete, warum ich überhaupt bestraft werden müsse.
Davor befand sich ein Block, in dem
ich detailliert ausführte, warum ich gegen den Einsatz von Gewalt sei, wenn man
gegen staatliches Unrecht zum Mittel des Ungehorsams oder Widerstandes greift.
Der erste der von mir genannten acht Gründe lautete: "Ich bin prinzipiell gegen Gewalt, weil Gewalt zu Gegengewalt
führt und daher kontraproduktiv ist."
Deckerts
Darstellung kann den Eindruck erwecken, als hätte ich Gewalt angekündigt.
Dieser Eindruck wäre absolut fatal, so daß
ich ihm mit äußerster Entschiedenheit
entgegentreten muß.
Am
gleichen Tag legte ich ausführlich dar, warum dies so wichtig ist, nämlich weil
die Bundesregierung und diverse Medien die böswillige Lüge verbreiten, ich
hätte zum Mord an einem Staatsanwalt
aufgerufen, wenn genau das Gegenteil wahr
ist.
Deckerts
Darstellung ist Öl aufs Feuer der
medialen und Regierungslügner. Daher kann ich dies nicht so stehen lassen.
Der
volle Wortlaut meines Vortrages wird hoffentlich bald erhältlich sein.
Bis
dahin kann ich jeden nur zur Vorsicht raten, Berichte vom Hören‑Sagen
allzu ernst zu nehmen.
Germar
Rudolf, Heidelberg, 30. Januar 2007