Germars Antwort auf Günter Deckerts
„Sicht der
Dinge“ vom 18. 03. 2007
und vom 23. 04. 2007[1]
Als
ich Herrn Deckert meine Richtigstellungen[2] zu
verzerrten und fehlerhaften Ausführungen über meine Aussagen an den Prozeßtagen
vom 10.01.2007 und 29.01.2007zugeschickt hatte, erhielt ich von ihm mit
Datum vom 22.02.2007 einen kurzen Brief,
in dem er mir unter anderem mitteilte:
„Schicken Sie künftig Ihre
‚Richtigstellungen’ und Ihre ‚Sicht’ an wen Sie wollen. Mich wollen Sie bitte
damit verschonen. – Im Gegensatz zu Ihnen behaupte ich nicht, daß ich unfehlbar
bin.“
Es
ist offenkundig, daß ich nie behauptet habe, unfehlbar zu sein, und Herr Deckert
weiß das auch. Es ist schön zu sehen, daß er in einem Brief an mich eingestehen
kann, Fehler machen zu können und in der strittigen Frage auch Fehler gemacht
zu haben. Charakter zu haben – worauf Herr Deckert ja offenbar viel Wert legt –
würde aber bedeuten, zu diesen Fehlern auch öffentlich zu stehen. Dies hätte
hier bedeutet, meine Richtigstellung eben zu verbreiten. Aufgrund der enormen
Zustellungsverzögerung der Post während des laufenden Prozesses und auch noch
danach (die JVA verweigerte mir bis vor kurzem, Briefe auszuhändigen, die nach
Rechtskraft vom LG Mannheim übersandt worden waren), konnte ich auf Vorwürfe
nur sehr verzögert reagieren. Das hat sich erst in jüngster Zeit gebessert.
Charakterstärke
zeigt auch derjenige, der seinem Gegenüber ermöglicht, seine Sicht der Dinge
ebenso darzulegen, und zwar vor dem gleichen Publikum. Herr Deckert hat sich geweigert,
meine Sicht der Dinge zu verbreiten.
Man
kann mir vielleicht vorwerfen, daß meine Richtigstellungen auch Kleinigkeiten
enthalten, die nicht wichtig sind, daß ich also kleinlich und pedantisch war.
Den Schuh bin ich gerne bereit, mir anzuziehen. Allerdings ging es mir mit den
Richtigstellungen auch darum aufzuzeigen, daß mit Günter Deckerts Berichten
einiges nicht stimmt: Die Wortwahl war vulgär, die Chronologie durcheinander,
und einiges Wichtiges fehlte einfach oder wurde falsch dargestellt. Besonders bei Dingen, die Herr Deckert mir in
den Mund legte, kann ich mitunter auf meine Texte zurückgreifen, von denen ich
z. T. wörtlich ablas. Insofern ist zwar nicht mein Erinnerungsvermögen
unfehlbar, wie mir Deckert fälschlich unterstellt, aber mein Vortragstext liegt
nun einmal vor mir, schwarz auf weiß.
Am
23.4.2007 soll Deckert dann wohl eine Email herumgeschickt haben, in der er
seine Sicht der Dinge erneut prägnant ausdrückte und zur Frage, was ich im Gespräch
mit dem BKA geäußert habe, meinte:
„Fest steht, daß GRu (Germar Rudolf)
auch weiterhin NICHT bereit ist, den schriftlichen Aussagetext, der in den
Akten ist, die sich in seinem Besitz befinden, zu veröffentlichen und zu
kommentieren, wie Frau Schmidt angekündigt hatte.“
Ich
weiß nicht, was Frau Schmidt angekündigt hatte. Falls sie es tat, so tat sie es
ohne mein Wissen. Wenn Herr Deckert beim Prozeß aufgepaßt hätte, so wäre ihm
bei der Beweisaufnahme nicht entgangen, daß ich bis zum damaligen Zeitpunkt
keinen vollständigen, ja, noch nicht einmal einen hinreichenden Einblick in die
Akten gehabt hatte.
(Der
Grund lag in der Familientragödie meines Verteidigers RA Bock, der dadurch
Schwierigkeiten hatte, sein Mandat auszufüllen.)
Bis
zum heutigen Tage habe ich nur einen winzigen Teil der Akten vorliegen, nicht
mehr, als schon vor Prozeßbeginn. Aber die Akten brauchte ich auch nicht, denn
ich kenne deren Inhalt, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Insofern ist Deckerts Annahme
schon falsch, die Akten seien in meinem Besitz.
Aber
selbst wenn die vollständigen Akten in meinem Besitz wären, so würde mir das
rein gar nichts nützen, denn jenes denkwürdige und strittige Gespräch mit dem
BKA-Beamten Brockmöller fand auf meine Bitte hin unter vier Augen statt, also
ohne Zeugen und wurde auch nicht protokolliert. Die einzige Passage dieses
Gespräches, die bei einer späteren Vernehmung von Brockmöller ins Protokoll
genommen werden sollte, betraf meine Anmerkung, mit meinem Ausscheiden aus dem
Revisionismus könnte es passieren, daß bestimmte Kreise des Revisionismus nun
Massenaussendungen durchführen könnten. Brockmöller wollte mir unterschieben,
ich selbst würde eine solche Aktion planen und auslösen. Dieser Verdrehung
meiner Aussage konnte ich aber einen Riegel vorschieben, und in seiner Aussage
vor Gericht hat Brockmöller dann auch diesen Versuch nicht mehr wiederholt,
denn das hätte dem Protokoll widersprochen.
Zur
Frage, was ich dem BKA anbot, gibt es kein Protokoll und auch keine Zeugen.
Deckert
hat mir vorgeworfen, es sei naiv von mir gewesen, mich überhaupt auf die
BKA-Beamten einzulassen. Da muß ich ihm wohl recht geben. Das wurde mir in dem
Moment bewußt, als Brockmöller meine
Aussage bezüglich der Massenaussendung in dem späteren Verhör verdrehen wollte,
um mir daraus womöglich einen Strick zu drehen.
Deckert
hat zu Recht die Frage aufgeworfen, wie ich denn so naiv gewesen sein konnte zu
glauben, daß der BKA-Beamte Brockmöller zu meinem Angebot über Verfolgung des
Revisionismus nicht aussagen würde - wenn ich denn so ein Angebot je gemacht
hätte. Und hier genau liegt der Hase im Pfeffer. Am Verhandlungstag vor dem
29.01. kündigte der Vorsitzende Richter Schwab an, man werde am 29.01. die
BKA-Beamten Brockmöller und Achilles vernehmen, aber dies könnte man sich auch
sparen, wenn ich bereit sei, selbst zu finanziellen Aspekten meiner Aktivitäten
umfassend auszusagen. Ich beriet mich damals mit meinen Verteidigern, worauf
wir ausführten, daß ich zur Zeit nichts über meine finanziellen Aspekte
aussagen wollte, mir aber vorbehielt, dies später nach der Aussage der
BKA-Beamten nachzuholen.
Nun
nehmen wir einmal an, Deckert habe recht und ich hätte dem BKA-Beamten wirklich
angeboten, bei der Verfolgung des Revisionismus zu helfen – auch, wenn daraus
nie etwas wurde. Dann hätte ich mir tatsächlich, wie Deckert meint, bewußt sein
müssen, daß die BKA-Beamten darüber aussagen würden, wenn sie in den
Zeugenstand treten. Am Verhandlungstag davor bietet der vorsitzende Richter mir
an, man könne auf die Einvernahme der Zeugen verzichten, falls ich über finanzielle Aspekte aussage.
Und was mache ich? Wenn ich etwas meinte verbergen zu müssen, was nur ich und
die BKA-Beamten wissen, dann hätte ich doch versucht zu verhindern, daß die
BKA-Beamten in den Zeugenstand treten, indem ich gleich und umfassend über
meine Finanzen aussage. Aber nein, statt dessen erkläre ich, daß ich erst
später, also nach der Aussage der Beamten, über meine Finanzen sprechen will.
Und genau das habe ich dann später auch gemacht. Ich habe mit großen Details
und mit ungefähren Beträgen über meine damaligen Unternehmensumsätze,
Buchverkaufszahlen und die damaligen Umsätze auf Länder, auf Kundenkategorien
und auf Produktsparten ausgesagt. Eine Informationsfülle, die die beiden
BKA-Beamten auch nicht annähernd liefern konnten. Wenn ich also vorhatte, auch
aus meinen Finanzen kein Geheimnis zu machen und mir eine sofortige Aussage den
Auftritt der BKA-Beamten erspart hätte, warum ließ ich es dann zu, daß es doch
zu der Aussage der Beamten kam? Ein undurchdringliches Rätsel, wenn man davon
ausgeht, daß die Behauptung von BKA-Brockmöller richtig ist, ich hätte eine
Zusammenarbeit bei der Verfolgung des Revisionismus angeboten.
Das
Rätsel löst sich aber auf, wenn man folgendes weiß: Während meiner Vernehmung
durch die BKA-Beamten ließen diese durchblicken, daß sie im Besitz meiner
Kundendaten seien. Sie weigerten sich aber, mir mitzuteilen, woher sie diese
Daten haben, bzw., wie sie dazu gekommen
sind. Aus den mir vorliegenden Akten war nicht ersichtlich, daß das BKA meine
Kundendatei hatte. Dort befand sich davon keine Spur (d.h., nicht in dem Teil,
der mir vorlag, und auch nicht in der Auflistung der Beweismittel in der
Anklageschrift).
Um
herauszufinden, woher das BKA meine Kundendatei hat und um welche Fassung es
sich handelt, wollte ich die Zeugen unbedingt im Zeugenstand haben, denn das
war der einzige Weg, um herauszufinden, wie groß der Schaden war und ob es
eventuell in meinem Büro oder in meiner privaten Umgebung in den USA einen
Maulwurf gebe, bzw. gegeben habe. Außerdem wollte ich in Erfahrung bringen, wer
mein Buch „Vorlesungen über den Holocaust“
ausgewertet hatte, denn diese Auswertung war grob einseitig und wider den
Rechtsgrundsatz erfolgt, daß auch entlastende Aspekte von der
Staatsanwaltschaft eruiert und angeführt werden müssen.
Während
der letzte Aspekt durch Anfragen meiner Anwälte am 29.01. zur Sprache kam (es
stellte sich heraus, daß keiner der
BKA-Beamten das Buch gelesen hatte, sondern irgendwelche ungenannten und
unbekannten Beamten einer Sonderkommission), löste sich das viel brisantere
Problem der Herkunft der Kundendatei in dem Augenblick in Luft auf, als Herr
Brockmöller ausführte, und zwar von sich aus, diese sei bei einer
Hausdurchsuchung bei einem ehemaligen Freund von mir gefunden worden.
Aus
dem von Brockmöller genannten Namen der Datei erkannte ich, daß es sich dabei
um eine flache Word-Textdatei handelt, worin sich nur Namen und Adressen
befinden, und aus Brockmöllers Hinweis auf eine Kategorisierung diverser
Personen in unterschiedliche „Revisionisten“-klassen konnte ich entnehmen, daß
die Datei sehr alt sei, da ich diese Klassierung vor vielen Jahren aufgegeben
hatte. Damit war klar, daß es keinen Maulwurf gab, daß kein Kunde gefährdet war
aufgrund bekannt gewordenen Bestellverhaltens; und daß die Daten ohnehin veraltet
sind.
Um
das herauszufinden, war ich bereit zu riskieren, daß Brockmöller erneut versuchen
würde, mir zu unterstellen, ich würde eine Massenversendungsaktion geplant
haben. Daß er wahrheitswidrig behaupten würde, ich hätte dem BKA angeboten, bei
der Bekämpfung des Revisionismus mitzuhelfen, wäre mir nicht in den Sinn
gekommen. Hätte ich dies für möglich gehalten, hätte ich sofort umfassend über
meine Finanzen ausgesagt und somit einer Ladung und Vernehmung der BKA-Beamten
vorgebaut. Denn der Schaden, der mit dieser Falschmeldung angerichtet worden
ist – mehr zum Nachteil von Herrn Deckerts Ansehen als zu meinem, da Herr
Deckert sich offenbar in eine unhaltbare Lage verrennt, wodurch er immer mehr
Freunde verliert – , wäre es womöglich nicht wert gewesen, im Gegenzug dafür zu
erfahren, woher genau das BKA welche Daten hatte. Dies beweist, daß ich dem BKA
keine Zusammenarbeit anbot.
Nun
noch ein paar Worte zu Deckerts „Anmerkungen
zum Mannheimer Rudolf-Prozeß“ vom 18.03. Deckerts Vorwurf, ich hätte meinen
Prozeß ohne erkennbare Taktik oder Strategie geführt, werde ich hier nicht
behandeln. Dies wird in einer bald von mir verfaßten Dokumentation dargelegt
und erläutert werden. Ich darf hier nur so viel ausführen, daß die Vorgänge
hinter den Kulissen Herrn Deckert natürlich verborgen bleiben mußten, weshalb
er kaum zu einer Beurteilung des Geschehens in der Lage ist. Entscheidend ist
das Ergebnis, und das war besser als auch die optimistischsten Schätzungen es
für möglich gehalten haben.
Deckerts
Vorwurf, es wäre doch billiger gewesen, wenn ich anstatt drei „Szene“-Anwälte
nur einen“ linkischen oder gar jüdischen“ Anwalt genommen hätte,
ist
ebenso unrichtig, denn keiner der „Szene“Anwälte hat mir etwas berechnet.
Finanzen spielten aber eine Rolle bei dem Versuch, einen vor Gericht geachteten
Verhandlungspartner zu finden. Aber dazu mehr in der Prozeßdokumentation.
Deckerts
Andeutung, mein Deal mit dem Gericht zur Erreichung der geringen Strafe lasse
vermuten, daß „vielleicht noch mehr
angeboten“ wurde, „Man wird an die
Aussage des Zeugen Brockmöller erinnert…“ dient offenbar dem Zweck, beim
Leser den Eindruck zu erwecken, ich könne Verrat begangen haben, um zu dem Urteil
zu gelangen. Dazu hat mein Verteidiger RA Bock in einem im Internet
einzusehenden Schreiben vom 10.04. erklärt:
„ Natürlich ist es nicht richtig, wenn
behauptet wird, Ihre ‚milde’ Strafe sei auf eine Bereitschaft zur Bekämpfung
des Revisionismus zurückzuführen. Diese falsche Behauptung ist entweder dumm,
oder – schlimmer – bösartig.“[3]
Deckerts
„Anmerkungen zum persönlichen Verhalten“[4] von mir bedürften
einer detaillierten Richtigstellung, die jedoch, ehrlich gesagt, die Sache
weitaus mehr aufwerten würde, als sie es wert ist. Ich werde mich daher auf
eine Kritik von Deckerts Methode und Stil beschränken, wobei einige inhaltliche
Aspekte dennoch zur Sprache kommen.
Um
den Charakter einer Person beurteilen zu können, bedarf es zuverlässiger
Quellen. Daneben bedarf es auch der Fähigkeit, diese Quellen sachlich interpretieren
zu können, sowie des sozialen Sachverstandes, Menschen überhaupt zu beurteilen.
Da ich Herrn Deckert nicht kenne, kann ich über seine fachlichen und sozialen
Fähigkeiten nichts aussagen. Allerdings kann man sich sehr wohl seine Quellen
anschauen, und man kann betrachten, wie er sie bewertet.
Bei
seiner Beurteilung meiner Person stützt sich Deckert auf zwei Quellen:
1. Meine Einlassung während des Prozesses. In seiner
Email vom 23.04. schloß sich Deckert dem Urteil der Staatsanwaltschaft an:
„Sowohl Grossman
wie auch Schwab haben GRu richtig eingeschätzt: ‚ Es fehlt nur noch, daß Sie
behaupten, Sie könnten über das Wasser gehen…’“
(VR Schwab hat keinerlei derartige Aussage gemacht.
Die stammte von StA Grossmann.)
2.
Meine
angeblich „engen Beziehungen (1992…bis
1995….) zwischen ihm (G. Rudolf) und mir (G. Deckert) als damaligem NPD-Chef.“
In einigen Monaten wird jeder meine Einlassungen vor
Gericht selber lesen können. Daraus ergibt sich dann, inwiefern daraus
hervorgeht, ich sähe mich als „das
verkörperte Über-Ich. Erst komme ICHICHICHICHICH……und dann kommt lange gar
nichts,“ so Deckert in seiner Stellungnahme vom 18.03. über mich. Ich bin
zuversichtlich, daß aus dieser Lektüre genau der gegenteilige Schluß gezogen
werden wird.
Was meine angeblich engen Beziehungen zu Deckert in den
Jahren 1992 bis 1995 anbelangt, aufgrund derer er meint, meine Persönlichkeit
beurteilen zu können, so darf ich dazu feststellen:
a) Ich traf Herrn Deckert zweimal zufällig im
Vorübergehen, während wir
uns die
Hand schüttelten, aber keine Worte wechselten.
b) Ich traf mich im Sommer 2005 einmal mit Herrn Deckert,
um ihm Litera- turhinweise zu übergeben
über die Arbeiten von Prof. Wolfgang de Boor . Jener Professor hatte in einem
Leserbrief der FAZ ausgeführt, die Revisionisten gehörten in die Klapsmühle
(sinngemäß). Daraufhin kam es zu einem Kontakt zwischen Herrn Deckert und Prof.
de Boor, worauf de Boor und Deckert überein kamen, ein Gespräch zu führen, während dessen de
Boor (soweit ich weiß, ein Psychologe) herausfinden wollte, ob Deckert als Repräsentant
eines Revisionisten wirklich psychiatrisch behandelt gehört oder nicht. Da kein
Revisionist ein Interesse daran haben kann, daß de Boors Urteil positiv
ausfällt, führte ich eine Literaturrecherche über die Arbeiten de Boors durch
und verabredete mich mit Herrn Deckert, um ihn über das Ergebnis meiner
Recherche zu informieren und um ihm ein paar Tips zu geben, wie er sich auf das
anstehende Gespräch mit Prof. de Boor vorbereiten könne. Dieses Treffen dauerte
vielleicht eine halbe oder eine ganze Stunde. Jenseits des oben dargelegten
Themas wurde meines Wissens über nichts sonst gesprochen.
Damit
sind unsere sämtlichen direkten Kontakte erschöpft, wenn man von trivialen
Briefen absieht, von denen in den Jahren vielleicht vier oder fünf hin und her
geschickt wurden.
Inwieweit
dies „enge Beziehungen“ sind, sei dem
Leser überlassen zu beurteilen.
Ich
erlaube mir aber das Urteil, darauf zu bestehen, daß dieser einmalige persönliche
Kontakt keinerlei Möglichkeit darstellte, meinen Charakter und/oder meine
Persönlichkeit festzustellen.
Sodann
darf ich mich Deckerts Stil zuwenden, was mit der Frage verbunden ist, ob er
Quellen sachlich zu bewerten weiß. Insbesondere zu meiner Richtigstellung zu
seinen Ausführungen zum Prozeßtag am 10.01. hatte ich bereits ausgeführt, daß
die Wortwahl Deckerts mitunter vulgär ist. Dies habe ich deshalb moniert, weil
er mir solche Worte in den Mund legte, die ich insbesondere in einem
Gerichtssaal während eines Strafprozesses gegen mich nie in den Mund nehmen
würde. Deckerts Anmerkungen zu meiner Person vom 18.03. vergreifen sich ebenso
zu unsachlichen Aussagen. Die schlimmste von Deckerts Stilblüten lautet wie
folgt: „Völlig unangebracht war, daß er
seine ‚Weltoffenheit’ damit belegte, daß er auch eine US-Jüdin bestiegen habe.“
Tatsache
ist,
daß
ich während meiner Einlassungen in meinem Verfahren zu keinem Zeitpunkt über
mein Sexualleben berichtet habe;
daß
ich selbst dann, wenn ich dies tun würde, nie Worte wie „bestiegen“ benutzen
würde, insbesondere nicht in Bezug auf eine (ehemalige) Freundin;
daß
Deckert dies auch durchaus bewußt sein muß;
daß
Deckert mithin wissentlich Unwahres behauptet;
daß
diese, Deckerts Wortwahl nicht nur vulgär und obszön, sondern zudem auch noch
beleidigend und menschenverachtend ist.
Mehr
muß nicht ausgeführt werden, um zu beweisen, daß Deckert weder willens noch in
der Lage ist, sachlich und objektiv die Quellen- und Beweislage zu bewerten,
daß er sich also völlig disqualifiziert hat, in dieser Angelegenheit überhaupt
eine Aussage von moralischem oder inhaltlichem Gewicht zu machen.
Abschließend
stellt sich freilich die Frage, warum Deckert ohne Beurteilungsgrundlage zu
solch einem selbstzerstörerischen Feldzug gegen Windmühlenflügel auszog. Dazu
darf ich etwas ausholen.
Anfang
2005 sah ich mich plötzlich den gehässigen Angriffen eines gewissen Walter Mueller
aus Kalifornien ausgesetzt, den ich noch nie in meinem Leben getroffen hatte
und mit dem ich auch nie irgendwelche sonstigen privaten oder geschäftlichen
Kontakte hatte. Seine Angriffe konnten von mir alle aufgrund dokumentarischer
Beweise widerlegt werden. Es stellte sich schließlich heraus, daß dieser Herr
Mueller in ähnlicher Weise fast alle Menschen in seinem Umfeld oder auch auf
weitere Distanz unsachlich angreift, daß es sich bei ihm mithin offenbar um
eine labile Persönlichkeit handeln muß. Ohne ihn näher zu kennen und ohne ein
Experte in diesen psychologischen Fragen zu sein, kann ich freilich kein Urteil
abgeben. Fest steht, daß es nun einmal Menschen gibt, die nicht immer ganz
rational handeln.
Dies
vorausgeschickt, ist eine erneute Betrachtung von Deckerts Anmerkungen zu
meiner Person durchaus erhellend, wenn
man sich nämlich abwendet von dem, was Deckert über mich sagt (bar jeder
Sachkenntnis), und sich statt dessen dem zuwendet, was er über sich selbst
sagt. Dabei geht es mir noch nicht einmal um den Inhalt selbst, sondern erstens
und vor allem um die pure Tatsache, daß seine Anmerkungen zu meinem Prozeß in
ähnlicher Größenordnung Text enthalten, in dem es um ihn selbst geht, wie
solchen, in dem es um mich geht.
Von
seiner übertriebenen Darstellung unserer persönlichen Kontakte hatte ich bereits
berichtet. In anderem Zusammenhang hat er (soweit erinnerlich, sogar
wiederholt) ausgeführt, er habe bei meinem Prozeß eine nicht unerhebliche Rolle
gespielt – abgesehen von seiner Berichterstattung. Schon in meiner Richtigstellung
zu seinen Ausführungen zum Prozeßtag vom 29.01. frug ich ihn, was er damit
meine, da mir diese Rolle verborgen geblieben sei. Er hat nie geantwortet. Tatsache
ist, daß ich ihn im Frühjahr 2006 frug, ob er mir als Übersetzer und
Dolmetscher helfen könne, eine Kommunikation zwischen meinem RA Bock und meinem
US-Verteidiger zu ermöglichen, da mein US-Anwalt sich weigere, wegen der
Gerichtszensur direkt mit mir in Kontakt zu treten. Leider weigerte sich Herr
Bock später, diesen Kontakt mit meinem US-Anwalt aufzubauen, so daß es nie zu
dieser Hilfestellung von Herrn Deckert bei meinem Versuch kam, mit meinem
US-Anwalt zu kommunizieren. Dabei ging es aber nur um meinen Einwanderungsfall,
nicht aber um meinen Prozeß in Deutschland.
Falls
sich Herr Deckert auf diese meine Bitte bezieht, so steht fest, daß seine Hilfe
nie in Anspruch genommen wurde und daß sie sich auch nicht auf meinen deutschen
Strafprozeß bezog.
Aber
da ich hier im Gefängnis sitze, ist mir ja vielleicht etwas entgangen. Bloß,
solange Herr Deckert mich nicht aufklärt, muß ich davon ausgehen, daß seine
Aussage, er habe bei meinem Prozeß eine nicht unerhebliche Rolle gespielt,
wissentlich falsch ist, um – sich selbst wichtiger zu machen, als er ist.
Und
genau das scheint des Pudels Kern zu sein. Wenn seine Berichte über meinen
Prozeß und über mich derart gepfeffert sind mit Rand- und Anmerkungen über sich
selbst, so weckt das eben unweigerlich den Verdacht, daß Herr Deckert
vielleicht gar nicht mich beschreibt, sondern von sich auf andere schließt.
Womöglich
verwechselt er sein Spiegelbild mit meiner Person?
Die
Endnote 4 seiner Anmerkung vom 18.03. zu meinem Verfahren enthält einen
weiteren sehr interessanten Aspekt, nämlich den der Paranoia:
Im
Jahr 2001 erfuhr ich, daß Herr Deckert
vorhatte, in die USA zu reisen. Er war der Ansicht, daß dies ohne Probleme mit
einem „Visa-Waiver“ möglich sei. Ich klärte ihn dann auf, daß sich auf dem
Visa-Waiver etwa 15 Fragen befänden, die man alle mit NEIN beantworten müsse,
um in die USA Einlaß zu finden. Darunter bezöge sich auch eine auf Angehörige
der Militär- und Sicherheitskräfte der Achsenmächte des Zweiten Weltkrieges,
andere Fragen aber bezögen sich auf Gesundheit, kriminelle und finanzielle
Aktivitäten usw. Eine Frage, so war mir erinnerlich, frug in etwa, ob man wegen
zwei Vergehen zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren oder mehr verurteilt
worden sei. Da ich vermutete, Herr Deckert könnte womöglich unter diese
Kategorie fallen, riet ich ihm, sich zu informieren, was auf dem Visa-Waiver
genau gefragt würde, damit er nicht plötzlich im Flugzeug sitze und eine der
Fragen mit JA beantworten müsse, woraufhin man ihn gleich in den nächsten
Flieger gepackt und zurück nach Deutschland geschickt hätte, ein sicherlich
teures Unterfangen. Es stellte sich dann tatsächlich heraus, wie Deckert
beschreibt, daß die USA einen Sperrvermerk gegen ihn hatten aufgrund seiner
politischen und strafrechtlichen Prominenz. Daher wurde ihm die Einreise
verweigert.
In
seiner Fußnote (4) spekuliert er nun, ich hätte ihn mit diesem Trick dazu gebracht,
selbst dafür zu sorgen, daß er ein quasi lebenslanges Einreiseverbot in die USA
bekomme, etwa – so lese ich es zwischen den Zeilen – um zu verhindern, daß er
in den USA auf Vortragsreisen Freunde und Unterstützer gewinnen und damit zu
einem Konkurrenten von mir werden könne.
Ich
habe nichts weiter getan, als ihm einen Ratschlag gegeben, um zu verhindern,
daß er einen teuren Flug bucht, dann aber gleich wieder nach Hause muß. Ich
habe ihm nicht gesagt, er müsse zur US-Botschaft und dort ein Visum holen,
sondern er müsse sich informieren, was ihm offen stehe. Mir ging es also darum,
ihm Kosten und Unbill zu ersparen.
Seine
Vermutung, ich hätte ihm eine Falle gelegt, zeugt davon, daß Deckert paranoide
Züge aufweist. Vielleicht lag Prof. Wolfgang de Boor mit seinen Ansichten über
Günter Deckert also doch nicht so ganz falsch, bevor ich mithalf dafür zu
sorgen, daß er sie zu Deckerts Gunsten revidierte.
Aber
da ich Herrn Deckert selbst ja nicht kenne, ist das nicht mehr als Spekulation.
Abschließend
schreibt Deckert in seinen Anmerkungen vom 18.03.:
„Bestärkt in meinem Vorhaben (des Rufmordes, GR)
wurde ich jedoch von nicht wenigen alten Weggefährten des GRu, die in charakterlicher
und menschlicher Hinsicht ähnliche Erfahrungen mit ihm machen mußten, leider.“
Ähnliche
Sätze hat auch oben erwähnter Walter Mueller von sich gegeben, ohne auf
wiederholte Aufforderung einzugehen, auch nur einen Namen zu nennen, wer denn
diese Weggefährten sein sollten. Schon gegenüber Walter Mueller habe ich jene
Personen aufgelistet, die mit mir viele Stunden, Tage und Wochen verbracht
haben, die aber eben gerade solchen völligen Unsinn wie den von Walter Mueller
oder Günter Deckert nie bestätigen
könnten und würden:
a) Jürgen Graf, mit dem ich im Sommer 2002 einen Monat
lang zusammenlebte;
b) Fredrick Toben, mit dem ich im Frühjahr 1999 einige
Tage und im Winter 2002/2003 viele Wochen zusammenlebte und arbeitete;
c) das Ehepaar Countess (Dr. Robert Countess ist nun
verstorben, aber nicht seine Frau), bei denen ich etwa ein halbes Jahr lang
wohnte und arbeitete;
d) Prof. Dr. Arthur Butz, mit dem ich seit Sommer 2002
viele Stunden sowohl privat verbrachte als auch bezüglich gemeinsamer Projekte
zusammenarbeitete;
e) die Eigentümer und Angestellten der Print Factory in
England, mit denen ich seit 1996 sehr enge private und geschäftliche
Verbindungen habe.
Jeder
von denen würde für mich bürgen – und sie tun es auf verschiedene Weise
bereits.
Wo
aber sind Deckerts Namen? Die Ankündigung von Deckert in seiner Email vom 23.04.,
er werde bei weiterer Kritik an seinen Ausführungen überlegen,
„Bewertungen des GRu-Charakters Dritter
in den Verteiler einzugeben“,
deutet
auf eine Androhung der Eskalation zu einer Schlammschlacht hin. Herr Deckert
aber sollte bitte nur solche Bewertungen einbringen, die von ehemaligen
Weggefährten kommen und die beim Namen genannt werden, mitsamt Kontakt-Email-Adresse.
Und
dann schießt Herr Deckert am Ende seiner Email vom 23.04. den Vogel ab:
„Ich überlege mir tatsächlich, ob ich
den BKA-Mann nicht auffordere, gegen Frau Schmidt und GRu sowie alle die
übrigen Weiterverbreiter Anzeige zu erstatten.“ (Weiterverbreiter meiner Sicht der Dinge sind gemeint,
GR)
Also
wer von uns bietet nun dem BKA an, bei der Verfolgung von Revisionisten
mitzuhelfen, Deckert oder ich?
Lesen
Sie Deckerts Sätze noch einmal, dann wissen Sie die Antwort darauf.
Germar
Rudolf, Heidelberg, 25.04.2007
[1] Günter Deckerts „Sicht der Dinge“ ist in seinen Internetrundbriefen vom 18.03.2007: „Meine Anmerkungen zum Mannheimer Rudolf – Prozeß“ und in seinem Schreiben vom 23.04.2007 verbreitet worden.
[2] Germars Antworten auf die Deckert-Berichte vom 10.01. und 29.01 sind in dieser Seite abrufbar.
[3] Das Schreiben von RA Bock ist von dieser Seite abrufbar.