Germars Antwort auf  Günter Deckerts

Sicht der Dinge“ vom 18. 03. 2007

und vom 23. 04. 2007[1]

 

 

Als ich Herrn Deckert meine Richtigstellungen[2] zu verzerrten und fehlerhaften Ausführungen über meine Aussagen an den Prozeßtagen vom 10.01.2007 und 29.01.2007zugeschickt hatte, erhielt ich von ihm mit Datum  vom 22.02.2007 einen kurzen Brief, in dem er mir unter anderem mitteilte:

 

„Schicken Sie künftig Ihre ‚Richtigstellungen’ und Ihre ‚Sicht’ an wen Sie wollen. Mich wollen Sie bitte damit verschonen. – Im Gegensatz zu Ihnen behaupte ich nicht, daß ich unfehlbar bin.“

 

Es ist offenkundig, daß ich nie behauptet habe, unfehlbar zu sein, und Herr Deckert weiß das auch. Es ist schön zu sehen, daß er in einem Brief an mich eingestehen kann, Fehler machen zu können und in der strittigen Frage auch Fehler gemacht zu haben. Charakter zu haben – worauf Herr Deckert ja offenbar viel Wert legt – würde aber bedeuten, zu diesen Fehlern auch öffentlich zu stehen. Dies hätte hier bedeutet, meine Richtigstellung eben zu verbreiten. Aufgrund der enormen Zustellungsverzögerung der Post während des laufenden Prozesses und auch noch danach (die JVA verweigerte mir bis vor kurzem, Briefe auszuhändigen, die nach Rechtskraft vom LG Mannheim übersandt worden waren), konnte ich auf Vorwürfe nur sehr verzögert reagieren. Das hat sich erst in jüngster Zeit gebessert.

 

Charakterstärke zeigt auch derjenige, der seinem Gegenüber ermöglicht, seine Sicht der Dinge ebenso darzulegen, und zwar vor dem gleichen Publikum. Herr Deckert hat sich geweigert, meine Sicht der Dinge zu verbreiten.

 

Man kann mir vielleicht vorwerfen, daß meine Richtigstellungen auch Kleinigkeiten enthalten, die nicht wichtig sind, daß ich also kleinlich und pedantisch war. Den Schuh bin ich gerne bereit, mir anzuziehen. Allerdings ging es mir mit den Richtigstellungen auch darum aufzuzeigen, daß mit Günter Deckerts Berichten einiges nicht stimmt: Die Wortwahl war vulgär, die Chronologie durcheinander, und einiges Wichtiges fehlte einfach oder wurde falsch dargestellt.  Besonders bei Dingen, die Herr Deckert mir in den Mund legte, kann ich mitunter auf meine Texte zurückgreifen, von denen ich z. T. wörtlich ablas. Insofern ist zwar nicht mein Erinnerungsvermögen unfehlbar, wie mir Deckert fälschlich unterstellt, aber mein Vortragstext liegt nun einmal vor mir, schwarz auf weiß.

 

Am 23.4.2007 soll Deckert dann wohl eine Email herumgeschickt haben, in der er seine Sicht der Dinge erneut prägnant ausdrückte und zur Frage, was ich im Gespräch mit dem BKA geäußert habe, meinte:

 

„Fest steht, daß GRu (Germar Rudolf) auch weiterhin NICHT bereit ist, den schriftlichen Aussagetext, der in den Akten ist, die sich in seinem Besitz befinden, zu veröffentlichen und zu kommentieren, wie Frau Schmidt angekündigt hatte.“

 

Ich weiß nicht, was Frau Schmidt angekündigt hatte. Falls sie es tat, so tat sie es ohne mein Wissen. Wenn Herr Deckert beim Prozeß aufgepaßt hätte, so wäre ihm bei der Beweisaufnahme nicht entgangen, daß ich bis zum damaligen Zeitpunkt keinen vollständigen, ja, noch nicht einmal einen hinreichenden Einblick in die Akten gehabt hatte.

(Der Grund lag in der Familientragödie meines Verteidigers RA Bock, der dadurch Schwierigkeiten hatte, sein Mandat auszufüllen.)

Bis zum heutigen Tage habe ich nur einen winzigen Teil der Akten vorliegen, nicht mehr, als schon vor Prozeßbeginn. Aber die Akten brauchte ich auch nicht, denn ich kenne deren Inhalt, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Insofern ist Deckerts Annahme schon falsch, die Akten seien in meinem Besitz.

 

Aber selbst wenn die vollständigen Akten in meinem Besitz wären, so würde mir das rein gar nichts nützen, denn jenes denkwürdige und strittige Gespräch mit dem BKA-Beamten Brockmöller fand auf meine Bitte hin unter vier Augen statt, also ohne Zeugen und wurde auch nicht protokolliert. Die einzige Passage dieses Gespräches, die bei einer späteren Vernehmung von Brockmöller ins Protokoll genommen werden sollte, betraf meine Anmerkung, mit meinem Ausscheiden aus dem Revisionismus könnte es passieren, daß bestimmte Kreise des Revisionismus nun Massenaussendungen durchführen könnten. Brockmöller wollte mir unterschieben, ich selbst würde eine solche Aktion planen und auslösen. Dieser Verdrehung meiner Aussage konnte ich aber einen Riegel vorschieben, und in seiner Aussage vor Gericht hat Brockmöller dann auch diesen Versuch nicht mehr wiederholt, denn das hätte dem Protokoll widersprochen.

 

Zur Frage, was ich dem BKA anbot, gibt es kein Protokoll und auch keine Zeugen.

 

Deckert hat mir vorgeworfen, es sei naiv von mir gewesen, mich überhaupt auf die BKA-Beamten einzulassen. Da muß ich ihm wohl recht geben. Das wurde mir in dem Moment bewußt, als Brockmöller  meine Aussage bezüglich der Massenaussendung in dem späteren Verhör verdrehen wollte, um mir daraus womöglich einen Strick zu drehen.

 

Deckert hat zu Recht die Frage aufgeworfen, wie ich denn so naiv gewesen sein konnte zu glauben, daß der BKA-Beamte Brockmöller zu meinem Angebot über Verfolgung des Revisionismus nicht aussagen würde - wenn ich denn so ein Angebot je gemacht hätte. Und hier genau liegt der Hase im Pfeffer. Am Verhandlungstag vor dem 29.01. kündigte der Vorsitzende Richter Schwab an, man werde am 29.01. die BKA-Beamten Brockmöller und Achilles vernehmen, aber dies könnte man sich auch sparen, wenn ich bereit sei, selbst zu finanziellen Aspekten meiner Aktivitäten umfassend auszusagen. Ich beriet mich damals mit meinen Verteidigern, worauf wir ausführten, daß ich zur Zeit nichts über meine finanziellen Aspekte aussagen wollte, mir aber vorbehielt, dies später nach der Aussage der BKA-Beamten nachzuholen.

 

Nun nehmen wir einmal an, Deckert habe recht und ich hätte dem BKA-Beamten wirklich angeboten, bei der Verfolgung des Revisionismus zu helfen – auch, wenn daraus nie etwas wurde. Dann hätte ich mir tatsächlich, wie Deckert meint, bewußt sein müssen, daß die BKA-Beamten darüber aussagen würden, wenn sie in den Zeugenstand treten. Am Verhandlungstag davor bietet der vorsitzende Richter mir an, man könne auf die Einvernahme der Zeugen verzichten,  falls ich über finanzielle Aspekte aussage. Und was mache ich? Wenn ich etwas meinte verbergen zu müssen, was nur ich und die BKA-Beamten wissen, dann hätte ich doch versucht zu verhindern, daß die BKA-Beamten in den Zeugenstand treten, indem ich gleich und umfassend über meine Finanzen aussage. Aber nein, statt dessen erkläre ich, daß ich erst später, also nach der Aussage der Beamten, über meine Finanzen sprechen will. Und genau das habe ich dann später auch gemacht. Ich habe mit großen Details und mit ungefähren Beträgen über meine damaligen Unternehmensumsätze, Buchverkaufszahlen und die damaligen Umsätze auf Länder, auf Kundenkategorien und auf Produktsparten ausgesagt. Eine Informationsfülle, die die beiden BKA-Beamten auch nicht annähernd liefern konnten. Wenn ich also vorhatte, auch aus meinen Finanzen kein Geheimnis zu machen und mir eine sofortige Aussage den Auftritt der BKA-Beamten erspart hätte, warum ließ ich es dann zu, daß es doch zu der Aussage der Beamten kam? Ein undurchdringliches Rätsel, wenn man davon ausgeht, daß die Behauptung von BKA-Brockmöller richtig ist, ich hätte eine Zusammenarbeit bei der Verfolgung des Revisionismus angeboten.

 

Das Rätsel löst sich aber auf, wenn man folgendes weiß: Während meiner Vernehmung durch die BKA-Beamten ließen diese durchblicken, daß sie im Besitz meiner Kundendaten seien. Sie weigerten sich aber, mir mitzuteilen, woher sie diese Daten haben,  bzw., wie sie dazu gekommen sind. Aus den mir vorliegenden Akten war nicht ersichtlich, daß das BKA meine Kundendatei hatte. Dort befand sich davon keine Spur (d.h., nicht in dem Teil, der mir vorlag, und auch nicht in der Auflistung der Beweismittel in der Anklageschrift).

 

Um herauszufinden, woher das BKA meine Kundendatei hat und um welche Fassung es sich handelt, wollte ich die Zeugen unbedingt im Zeugenstand haben, denn das war der einzige Weg, um herauszufinden, wie groß der Schaden war und ob es eventuell in meinem Büro oder in meiner privaten Umgebung in den USA einen Maulwurf gebe, bzw. gegeben habe. Außerdem wollte ich in Erfahrung bringen, wer mein Buch „Vorlesungen über den Holocaust“ ausgewertet hatte, denn diese Auswertung war grob einseitig und wider den Rechtsgrundsatz erfolgt, daß auch entlastende Aspekte von der Staatsanwaltschaft eruiert und angeführt werden müssen.

 

Während der letzte Aspekt durch Anfragen meiner Anwälte am 29.01. zur Sprache kam (es stellte sich heraus, daß keiner der  BKA-Beamten das Buch gelesen hatte, sondern irgendwelche ungenannten und unbekannten Beamten einer Sonderkommission), löste sich das viel brisantere Problem der Herkunft der Kundendatei in dem Augenblick in Luft auf, als Herr Brockmöller ausführte, und zwar von sich aus, diese sei bei einer Hausdurchsuchung bei einem ehemaligen Freund von mir gefunden worden.

 

Aus dem von Brockmöller genannten Namen der Datei erkannte ich, daß es sich dabei um eine flache Word-Textdatei handelt, worin sich nur Namen und Adressen befinden, und aus Brockmöllers Hinweis auf eine Kategorisierung diverser Personen in unterschiedliche „Revisionisten“-klassen konnte ich entnehmen, daß die Datei sehr alt sei, da ich diese Klassierung vor vielen Jahren aufgegeben hatte. Damit war klar, daß es keinen Maulwurf gab, daß kein Kunde gefährdet war aufgrund bekannt gewordenen Bestellverhaltens; und daß die Daten ohnehin veraltet sind.

 

Um das herauszufinden, war ich bereit zu riskieren, daß Brockmöller erneut versuchen würde, mir zu unterstellen, ich würde eine Massenversendungsaktion geplant haben. Daß er wahrheitswidrig behaupten würde, ich hätte dem BKA angeboten, bei der Bekämpfung des Revisionismus mitzuhelfen, wäre mir nicht in den Sinn gekommen. Hätte ich dies für möglich gehalten, hätte ich sofort umfassend über meine Finanzen ausgesagt und somit einer Ladung und Vernehmung der BKA-Beamten vorgebaut. Denn der Schaden, der mit dieser Falschmeldung angerichtet worden ist – mehr zum Nachteil von Herrn Deckerts Ansehen als zu meinem, da Herr Deckert sich offenbar in eine unhaltbare Lage verrennt, wodurch er immer mehr Freunde verliert – , wäre es womöglich nicht wert gewesen, im Gegenzug dafür zu erfahren, woher genau das BKA welche Daten hatte. Dies beweist, daß ich dem BKA keine Zusammenarbeit anbot.

 

Nun noch ein paar Worte zu Deckerts „Anmerkungen zum Mannheimer Rudolf-Prozeß“ vom 18.03. Deckerts Vorwurf, ich hätte meinen Prozeß ohne erkennbare Taktik oder Strategie geführt, werde ich hier nicht behandeln. Dies wird in einer bald von mir verfaßten Dokumentation dargelegt und erläutert werden. Ich darf hier nur so viel ausführen, daß die Vorgänge hinter den Kulissen Herrn Deckert natürlich verborgen bleiben mußten, weshalb er kaum zu einer Beurteilung des Geschehens in der Lage ist. Entscheidend ist das Ergebnis, und das war besser als auch die optimistischsten Schätzungen es für möglich gehalten haben.

 

Deckerts Vorwurf, es wäre doch billiger gewesen, wenn ich anstatt drei „Szene“-Anwälte nur einen“ linkischen oder gar jüdischen“ Anwalt genommen hätte,

ist ebenso unrichtig, denn keiner der „Szene“Anwälte hat mir etwas berechnet. Finanzen spielten aber eine Rolle bei dem Versuch, einen vor Gericht geachteten Verhandlungspartner zu finden. Aber dazu mehr in der Prozeßdokumentation.

 

Deckerts Andeutung, mein Deal mit dem Gericht zur Erreichung der geringen Strafe lasse vermuten, daß „vielleicht noch mehr angeboten“ wurde, „Man wird an die Aussage des Zeugen Brockmöller erinnert…“ dient offenbar dem Zweck, beim Leser den Eindruck zu erwecken, ich könne Verrat begangen haben, um zu dem Urteil zu gelangen. Dazu hat mein Verteidiger RA Bock in einem im Internet einzusehenden Schreiben vom 10.04. erklärt:

 

„ Natürlich ist es nicht richtig, wenn behauptet wird, Ihre ‚milde’ Strafe sei auf eine Bereitschaft zur Bekämpfung des Revisionismus zurückzuführen. Diese falsche Behauptung ist entweder dumm, oder – schlimmer – bösartig.“[3]

 

Deckerts „Anmerkungen zum persönlichen Verhalten“[4] von mir bedürften einer detaillierten Richtigstellung, die jedoch, ehrlich gesagt, die Sache weitaus mehr aufwerten würde, als sie es wert ist. Ich werde mich daher auf eine Kritik von Deckerts Methode und Stil beschränken, wobei einige inhaltliche Aspekte dennoch zur Sprache kommen.

 

Um den Charakter einer Person beurteilen zu können, bedarf es zuverlässiger Quellen. Daneben bedarf es auch der Fähigkeit, diese Quellen sachlich interpretieren zu können, sowie des sozialen Sachverstandes, Menschen überhaupt zu beurteilen. Da ich Herrn Deckert nicht kenne, kann ich über seine fachlichen und sozialen Fähigkeiten nichts aussagen. Allerdings kann man sich sehr wohl seine Quellen anschauen, und man kann betrachten, wie er sie bewertet.

 

Bei seiner Beurteilung meiner Person stützt sich Deckert auf zwei Quellen:

 

1.     Meine Einlassung während des Prozesses. In seiner Email vom 23.04. schloß sich Deckert dem Urteil der Staatsanwaltschaft an:

 

Sowohl Grossman wie auch Schwab haben GRu richtig eingeschätzt: ‚ Es fehlt nur noch, daß Sie behaupten, Sie könnten über das Wasser gehen…’“

(VR Schwab hat keinerlei derartige Aussage gemacht. Die stammte von StA Grossmann.)

 

2.     Meine angeblich „engen Beziehungen (1992…bis 1995….) zwischen ihm (G. Rudolf) und mir (G. Deckert) als damaligem NPD-Chef.“

 

In einigen Monaten wird jeder meine Einlassungen vor Gericht selber lesen können. Daraus ergibt sich dann, inwiefern daraus hervorgeht, ich sähe mich als „das verkörperte Über-Ich. Erst komme ICHICHICHICHICH……und dann kommt lange gar nichts,“ so Deckert in seiner Stellungnahme vom 18.03. über mich. Ich bin zuversichtlich, daß aus dieser Lektüre genau der gegenteilige Schluß gezogen werden wird.

 

Was meine angeblich engen Beziehungen zu Deckert in den Jahren 1992 bis 1995 anbelangt, aufgrund derer er meint, meine Persönlichkeit beurteilen zu können, so darf ich dazu feststellen:

 

a)     Ich traf Herrn Deckert zweimal zufällig im Vorübergehen, während wir

      uns die Hand schüttelten, aber keine Worte wechselten.

 

b)    Ich traf mich im Sommer 2005 einmal mit Herrn Deckert, um ihm Litera-  turhinweise zu übergeben über die Arbeiten von Prof. Wolfgang de Boor . Jener Professor hatte in einem Leserbrief der FAZ ausgeführt, die Revisionisten gehörten in die Klapsmühle (sinngemäß). Daraufhin kam es zu einem Kontakt zwischen Herrn Deckert und Prof. de Boor, worauf de Boor und Deckert überein kamen,  ein Gespräch zu führen, während dessen de Boor (soweit ich weiß, ein Psychologe) herausfinden wollte, ob Deckert als Repräsentant eines Revisionisten wirklich psychiatrisch behandelt gehört oder nicht. Da kein Revisionist ein Interesse daran haben kann, daß de Boors Urteil positiv ausfällt, führte ich eine Literaturrecherche über die Arbeiten de Boors durch und verabredete mich mit Herrn Deckert, um ihn über das Ergebnis meiner Recherche zu informieren und um ihm ein paar Tips zu geben, wie er sich auf das anstehende Gespräch mit Prof. de Boor vorbereiten könne. Dieses Treffen dauerte vielleicht eine halbe oder eine ganze Stunde. Jenseits des oben dargelegten Themas wurde meines Wissens über nichts sonst gesprochen.

 

Damit sind unsere sämtlichen direkten Kontakte erschöpft, wenn man von trivialen Briefen absieht, von denen in den Jahren vielleicht vier oder fünf hin und her geschickt wurden.

 

Inwieweit dies „enge Beziehungen“ sind, sei dem Leser überlassen zu beurteilen.

Ich erlaube mir aber das Urteil, darauf zu bestehen, daß dieser einmalige persönliche Kontakt keinerlei Möglichkeit darstellte, meinen Charakter und/oder meine Persönlichkeit festzustellen.

 

Sodann darf ich mich Deckerts Stil zuwenden, was mit der Frage verbunden ist, ob er Quellen sachlich zu bewerten weiß. Insbesondere zu meiner Richtigstellung zu seinen Ausführungen zum Prozeßtag am 10.01. hatte ich bereits ausgeführt, daß die Wortwahl Deckerts mitunter vulgär ist. Dies habe ich deshalb moniert, weil er mir solche Worte in den Mund legte, die ich insbesondere in einem Gerichtssaal während eines Strafprozesses gegen mich nie in den Mund nehmen würde. Deckerts Anmerkungen zu meiner Person vom 18.03. vergreifen sich ebenso zu unsachlichen Aussagen. Die schlimmste von Deckerts Stilblüten lautet wie folgt: „Völlig unangebracht war, daß er seine ‚Weltoffenheit’ damit belegte, daß er auch eine US-Jüdin bestiegen habe.“

 

Tatsache ist,

daß ich während meiner Einlassungen in meinem Verfahren zu keinem Zeitpunkt über mein Sexualleben berichtet habe;

daß ich selbst dann, wenn ich dies tun würde, nie Worte wie „bestiegen“ benutzen würde, insbesondere nicht in Bezug auf eine (ehemalige) Freundin;

daß Deckert dies auch durchaus bewußt sein muß;

daß Deckert mithin wissentlich Unwahres behauptet;

daß diese, Deckerts Wortwahl nicht nur vulgär und obszön, sondern zudem auch noch beleidigend und menschenverachtend ist.

 

Mehr muß nicht ausgeführt werden, um zu beweisen, daß Deckert weder willens noch in der Lage ist, sachlich und objektiv die Quellen- und Beweislage zu bewerten, daß er sich also völlig disqualifiziert hat, in dieser Angelegenheit überhaupt eine Aussage von moralischem oder inhaltlichem Gewicht zu machen.

 

Abschließend stellt sich freilich die Frage, warum Deckert ohne Beurteilungsgrundlage zu solch einem selbstzerstörerischen Feldzug gegen Windmühlenflügel auszog. Dazu darf ich etwas ausholen.

 

Anfang 2005 sah ich mich plötzlich den gehässigen Angriffen eines gewissen Walter Mueller aus Kalifornien ausgesetzt, den ich noch nie in meinem Leben getroffen hatte und mit dem ich auch nie irgendwelche sonstigen privaten oder geschäftlichen Kontakte hatte. Seine Angriffe konnten von mir alle aufgrund dokumentarischer Beweise widerlegt werden. Es stellte sich schließlich heraus, daß dieser Herr Mueller in ähnlicher Weise fast alle Menschen in seinem Umfeld oder auch auf weitere Distanz unsachlich angreift, daß es sich bei ihm mithin offenbar um eine labile Persönlichkeit handeln muß. Ohne ihn näher zu kennen und ohne ein Experte in diesen psychologischen Fragen zu sein, kann ich freilich kein Urteil abgeben. Fest steht, daß es nun einmal Menschen gibt, die nicht immer ganz rational handeln.

 

Dies vorausgeschickt, ist eine erneute Betrachtung von Deckerts Anmerkungen zu meiner Person durchaus erhellend,  wenn man sich nämlich abwendet von dem, was Deckert über mich sagt (bar jeder Sachkenntnis), und sich statt dessen dem zuwendet, was er über sich selbst sagt. Dabei geht es mir noch nicht einmal um den Inhalt selbst, sondern erstens und vor allem um die pure Tatsache, daß seine Anmerkungen zu meinem Prozeß in ähnlicher Größenordnung Text enthalten, in dem es um ihn selbst geht, wie solchen, in dem es um mich geht.

 

Von seiner übertriebenen Darstellung unserer persönlichen Kontakte hatte ich bereits berichtet. In anderem Zusammenhang hat er (soweit erinnerlich, sogar wiederholt) ausgeführt, er habe bei meinem Prozeß eine nicht unerhebliche Rolle gespielt – abgesehen von seiner Berichterstattung. Schon in meiner Richtigstellung zu seinen Ausführungen zum Prozeßtag vom 29.01. frug ich ihn, was er damit meine, da mir diese Rolle verborgen geblieben sei. Er hat nie geantwortet. Tatsache ist, daß ich ihn im Frühjahr 2006 frug, ob er mir als Übersetzer und Dolmetscher helfen könne, eine Kommunikation zwischen meinem RA Bock und meinem US-Verteidiger zu ermöglichen, da mein US-Anwalt sich weigere, wegen der Gerichtszensur direkt mit mir in Kontakt zu treten. Leider weigerte sich Herr Bock später, diesen Kontakt mit meinem US-Anwalt aufzubauen, so daß es nie zu dieser Hilfestellung von Herrn Deckert bei meinem Versuch kam, mit meinem US-Anwalt zu kommunizieren. Dabei ging es aber nur um meinen Einwanderungsfall, nicht aber um meinen Prozeß in Deutschland.

 

Falls sich Herr Deckert auf diese meine Bitte bezieht, so steht fest, daß seine Hilfe nie in Anspruch genommen wurde und daß sie sich auch nicht auf meinen deutschen Strafprozeß bezog.

Aber da ich hier im Gefängnis sitze, ist mir ja vielleicht etwas entgangen. Bloß, solange Herr Deckert mich nicht aufklärt, muß ich davon ausgehen, daß seine Aussage, er habe bei meinem Prozeß eine nicht unerhebliche Rolle gespielt, wissentlich falsch ist, um – sich selbst wichtiger zu machen, als er ist.

 

Und genau das scheint des Pudels Kern zu sein. Wenn seine Berichte über meinen Prozeß und über mich derart gepfeffert sind mit Rand- und Anmerkungen über sich selbst, so weckt das eben unweigerlich den Verdacht, daß Herr Deckert vielleicht gar nicht mich beschreibt, sondern von sich auf andere schließt.

 

Womöglich verwechselt er sein Spiegelbild mit meiner Person?

 

Die Endnote 4 seiner Anmerkung vom 18.03. zu meinem Verfahren enthält einen weiteren sehr interessanten Aspekt, nämlich den der Paranoia:

 

Im Jahr  2001 erfuhr ich, daß Herr Deckert vorhatte, in die USA zu reisen. Er war der Ansicht, daß dies ohne Probleme mit einem „Visa-Waiver“ möglich sei. Ich klärte ihn dann auf, daß sich auf dem Visa-Waiver etwa 15 Fragen befänden, die man alle mit NEIN beantworten müsse, um in die USA Einlaß zu finden. Darunter bezöge sich auch eine auf Angehörige der Militär- und Sicherheitskräfte der Achsenmächte des Zweiten Weltkrieges, andere Fragen aber bezögen sich auf Gesundheit, kriminelle und finanzielle Aktivitäten usw. Eine Frage, so war mir erinnerlich, frug in etwa, ob man wegen zwei Vergehen zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren oder mehr verurteilt worden sei. Da ich vermutete, Herr Deckert könnte womöglich unter diese Kategorie fallen, riet ich ihm, sich zu informieren, was auf dem Visa-Waiver genau gefragt würde, damit er nicht plötzlich im Flugzeug sitze und eine der Fragen mit JA beantworten müsse, woraufhin man ihn gleich in den nächsten Flieger gepackt und zurück nach Deutschland geschickt hätte, ein sicherlich teures Unterfangen. Es stellte sich dann tatsächlich heraus, wie Deckert beschreibt, daß die USA einen Sperrvermerk gegen ihn hatten aufgrund seiner politischen und strafrechtlichen Prominenz. Daher wurde ihm die Einreise verweigert.

 

In seiner Fußnote (4) spekuliert er nun, ich hätte ihn mit diesem Trick dazu gebracht, selbst dafür zu sorgen, daß er ein quasi lebenslanges Einreiseverbot in die USA bekomme, etwa – so lese ich es zwischen den Zeilen – um zu verhindern, daß er in den USA auf Vortragsreisen Freunde und Unterstützer gewinnen und damit zu einem Konkurrenten von mir werden könne.

 

Ich habe nichts weiter getan, als ihm einen Ratschlag gegeben, um zu verhindern, daß er einen teuren Flug bucht, dann aber gleich wieder nach Hause muß. Ich habe ihm nicht gesagt, er müsse zur US-Botschaft und dort ein Visum holen, sondern er müsse sich informieren, was ihm offen stehe. Mir ging es also darum, ihm Kosten und Unbill zu ersparen.

 

Seine Vermutung, ich hätte ihm eine Falle gelegt, zeugt davon, daß Deckert paranoide Züge aufweist. Vielleicht lag Prof. Wolfgang de Boor mit seinen Ansichten über Günter Deckert also doch nicht so ganz falsch, bevor ich mithalf dafür zu sorgen, daß er sie zu Deckerts Gunsten revidierte.

 

Aber da ich Herrn Deckert selbst ja nicht kenne, ist das nicht mehr als Spekulation.

 

Abschließend schreibt Deckert in seinen Anmerkungen vom 18.03.:

 

„Bestärkt in meinem Vorhaben (des Rufmordes, GR) wurde ich jedoch von nicht wenigen alten Weggefährten des GRu, die in charakterlicher und menschlicher Hinsicht ähnliche Erfahrungen mit ihm machen mußten, leider.“

 

Ähnliche Sätze hat auch oben erwähnter Walter Mueller von sich gegeben, ohne auf wiederholte Aufforderung einzugehen, auch nur einen Namen zu nennen, wer denn diese Weggefährten sein sollten. Schon gegenüber Walter Mueller habe ich jene Personen aufgelistet, die mit mir viele Stunden, Tage und Wochen verbracht haben, die aber eben gerade solchen völligen Unsinn wie den von Walter Mueller oder  Günter Deckert nie bestätigen könnten und würden:

 

a)     Jürgen Graf, mit dem ich im Sommer 2002 einen Monat lang zusammenlebte;

b)    Fredrick Toben, mit dem ich im Frühjahr 1999 einige Tage und im Winter 2002/2003 viele Wochen zusammenlebte und arbeitete;

c)     das Ehepaar Countess (Dr. Robert Countess ist nun verstorben, aber nicht seine Frau), bei denen ich etwa ein halbes Jahr lang wohnte und arbeitete;

d)    Prof. Dr. Arthur Butz, mit dem ich seit Sommer 2002 viele Stunden sowohl privat verbrachte als auch bezüglich gemeinsamer Projekte zusammenarbeitete;

e)     die Eigentümer und Angestellten der Print Factory in England, mit denen ich seit 1996 sehr enge private und geschäftliche Verbindungen habe.

 

Jeder von denen würde für mich bürgen – und sie tun es auf verschiedene Weise bereits.

 

Wo aber sind Deckerts Namen? Die Ankündigung von Deckert in seiner Email vom 23.04., er werde bei weiterer Kritik an seinen Ausführungen überlegen,

 

„Bewertungen des GRu-Charakters Dritter in den Verteiler einzugeben“,

 

deutet auf eine Androhung der Eskalation zu einer Schlammschlacht hin. Herr Deckert aber sollte bitte nur solche Bewertungen einbringen, die von ehemaligen Weggefährten kommen und die beim Namen genannt werden, mitsamt Kontakt-Email-Adresse.

 

Und dann schießt Herr Deckert am Ende seiner Email vom 23.04. den Vogel ab:

 

„Ich überlege mir tatsächlich, ob ich den BKA-Mann nicht auffordere, gegen Frau Schmidt und GRu sowie alle die übrigen Weiterverbreiter Anzeige zu erstatten.“ (Weiterverbreiter meiner Sicht der Dinge sind gemeint, GR)

 

Also wer von uns bietet nun dem BKA an, bei der Verfolgung von Revisionisten mitzuhelfen, Deckert oder ich?

Lesen Sie Deckerts Sätze noch einmal, dann wissen Sie die Antwort darauf.

 

Germar Rudolf, Heidelberg, 25.04.2007

 

 

 

 

 



[1] Günter Deckerts „Sicht der Dinge“ ist in seinen Internetrundbriefen vom 18.03.2007: „Meine Anmerkungen zum Mannheimer Rudolf – Prozeß“  und in seinem Schreiben vom 23.04.2007  verbreitet worden.

[2] Germars Antworten auf die Deckert-Berichte vom 10.01. und 29.01 sind in dieser Seite abrufbar.

[3] Das Schreiben von RA Bock ist von dieser Seite abrufbar.

[4] Günter Deckerts :“Anmerkungen zum persönlichen Verhalten des Germar Rudolf“  sind im Schreiben vom 18.03.enthalten